Die Wahl des Hochzeitstermins ist eine der bedeutendsten Entscheidungen im Leben eines Paares. In der klassischen Astrologie bietet die Wahlastrologie (lateinisch: electio) präzise Werkzeuge, um einen glückverheißenden Zeitpunkt zu bestimmen. Seit über 30 Jahren beobachte ich, wie sorgfältig gewählte Termine die Grundlage für eine harmonische Ehe legen. Lassen Sie uns die traditionellen Regeln von Guido Bonatti, William Lilly und Jean-Baptiste Morin erkunden.
Die Grundlagen der Wahlastrologie für die Ehe
In der Wahlastrologie geht es darum, einen Zeitpunkt zu wählen, an dem die Himmelskonstellationen das gewünschte Ereignis unterstützen. Für eine Hochzeit sind vor allem Venus (Liebe, Harmonie) und Jupiter (Glück, Fülle) günstig. Der Mond spielt eine zentrale Rolle: Er sollte in einem fruchtbaren Zeichen wie Krebs, Skorpion oder Fische stehen und von Venus oder Jupiter aspektiert sein. Vermeiden Sie Mond in Jungfrau oder Steinbock, da diese Zeichen als unfruchtbar gelten.
Ein weiteres wichtiges Prinzip ist die Vermeidung von Übeln. Der absteigende Mondknoten (Caput Draconis) und Saturn sollten nicht auf dem Aszendenten oder im 7. Haus (Ehepartner) stehen. Mars im 7. Haus kann zu Streit führen. Lilly betont in seiner Christian Astrology, dass der Herr des Aszendenten und der Herr des 7. Hauses in harmonischem Aspekt stehen sollten, um die Verbindung zu festigen.
Die Rolle der Fixsterne
Fixsterne können die Qualität einer Ehe erheblich beeinflussen. Spica (Jungfrau) gilt als einer der glücklichsten Sterne und verleiht Reichtum und Ansehen. Aldebaran (Stier) bringt Ehre, aber auch Sturheit. Vermeiden Sie Algol (Perseus), der für Gewalt und Unglück steht. In meiner Praxis habe ich gesehen, wie eine Hochzeit mit Algol auf dem Aszendenten zu einer turbulenten Ehe führte. Wählen Sie stattdessen Fixsterne wie Regulus (Löwe) für Führungsqualitäten oder Wega (Leier) für künstlerische Harmonie.
Praktische Regeln nach Bonatti und Morin
Guido Bonatti, der große mittelalterliche Astrologe, empfiehlt in seinem Liber Astronomiae, dass der Mond von Jupiter oder Venus triniert oder sextiliert sein sollte. Vermeiden Sie Quadrate oder Oppositionen von Saturn oder Mars. Der Aszendent sollte in einem beweglichen Zeichen (Zwillinge, Jungfrau, Schütze, Fische) stehen, um Flexibilität zu fördern, oder in festen Zeichen (Stier, Löwe, Skorpion, Wassermann) für Beständigkeit. Jean-Baptiste Morin fügt hinzu, dass der Herr des 7. Hauses in seiner eigenen Erhöhung oder in einem glücklichen Haus stehen sollte.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Mondphase. Der zunehmende Mond (vom Neumond bis zum Vollmond) ist für den Beginn einer Ehe günstig, da er Wachstum symbolisiert. Der Vollmond selbst kann zu emotionale Intensität bringen, aber auch zu öffentlicher Aufmerksamkeit. Der abnehmende Mond wird für das Beenden von Beziehungen genutzt, nicht für den Beginn.
Die Stunde der Hochzeit
Neben dem Datum ist die Tageszeit entscheidend. Wählen Sie die Stunde der Venus (Freitag zur Venusstunde) oder der Jupiterstunde (Donnerstag). Vermeiden Sie die Stunde des Saturn (Samstag) oder des Mars (Dienstag). Die Planetenstunden lassen sich leicht berechnen: Teilen Sie die Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang in 12 gleiche Teile. Jede Stunde wird einem Planeten in der chaldäischen Reihenfolge zugeordnet. Eine Venusstunde am Freitag ist ideal für eine Hochzeit.
Praktische Zusammenfassung
- Wählen Sie einen Tag mit zunehmendem Mond in einem fruchtbaren Zeichen (Krebs, Skorpion, Fische).
- Vermeiden Sie Aspekte von Saturn und Mars auf den Aszendenten oder das 7. Haus.
- Bevorzugen Sie harmonische Aspekte (Trigon, Sextil) zwischen Venus, Jupiter und dem Mond.
- Nutzen Sie glückliche Fixsterne wie Spica oder Regulus auf dem Aszendenten oder im 7. Haus.
- Planen Sie die Zeremonie in der Venus- oder Jupiterstunde an einem Freitag oder Donnerstag.
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